Anwendungsbeispiel für die Werkstoffprüfung
von weichmagnetischen Materialien
Immer wieder berichten uns Verarbeiter von Elektroblech,
z.B. Stanzbetriebe oder Hersteller von Elektromotoren, Generatoren
und Transformatoren, von der Herausforderung, den Hystereseverlust
von Elektroblech vor und während der Fertigung zu überprüfen.
Denn durch die einzelnen Bearbeitungsschritte und Glühprozesse
verändern sich die elektromagnetischen Eigenschaften des
Werkstoffes sehr und entsprechen dann eventuell nicht mehr den
Anforderungen.
Der konkrete Fall:
Der Leiter der Qualitätssicherung in einem
Stanzbetrieb wurde von seinen Kunden mit Statoren konfrontiert,
deren Wattverluste innerhalb einer Fertigungscharge bis zu 100
% voneinander abwichen. Als einzige Kontrolle hatte dieser QS-Leiter
bisher ein Zertifikat seines Blechlieferanten.
Das Ziel:
Unser Ziel war es, dass dieser Stanzbetrieb den
Hystereseverlust in drei Schritten kontrollieren kann, um entsprechend
reagieren zu können:
Kontrolle 1) Bei der Anlieferung des Bandes als
Qualitätskontrolle an jedem Coil im Wareneingang.
Ziel: Entwicklung der Qualität mit dem Lieferanten
oder neue Lieferantensuche.
Kontrolle 2) Nach dem Stanzen am einzelnen Stanzteil.
Ziel: Optimierung des Glühprozesses.
Kontrolle 3) Nach dem Paketieren (auch mit Messung
des Wirbelstromverlusts).
Ziel: Kontrolle des Fertigungsverfahrens. Einführen des Stanzpaketierens
als günstige Fertigungsmethode und Beherrschung des komplexeren
Glühens der Ringkerne.
Die Lösung:
Um über die einzelnen Messungen, vom Blechstreifen über
das Stanzteil bis zum Ringkern mit nur einem Messgerät zu
arbeiten, wurde das Messgerät
MPG 100 D ausgewählt.
Für die Überprüfung aller gelieferten Coils nutzt
dieser Stanzbetrieb eine Streifenspule,
in die längs und quer vom Coil geschnittene Streifen der
Größe 28 mm x 300 mm eingelegt werden. Die Hysteresekurve
und dabei auftretende Verluste werden gemessen. Über die
Software MPG Expert werden die Probendaten je Werkstoffqualität
nur einmal erfasst. Ebenso wird jeder gewünschte Messablauf
nur einmal eingegeben und kann für spätere identische
Messungen wieder aufgerufen werden. Durch die Kalibrierung auf
eine einmal durchgeführte Epsteinmessung oder auf Epsteindaten
des Blechlieferanten kann nun schnell sichergestellt werden, dass
alle angelieferten Coils von akzeptabler Qualität sind.
Elektroblech wird in diesem Fall vom Blechhersteller geglüht,
noch einmal kaltverformt und somit semifinished ausgeliefert,
da es bei diesem Stanzbetrieb erst nach den Stanzen endgeglüht
wird. Durch das Stanzen und nachfolgende Glühen werden die
elektromagnetischen Eigenschaften des Bleches verändert,
also bezüglich des Ursprungsbands wesentlich verbessert.
Mit dem Stanzteilesensor
können jetzt Stanzteile unterschiedlichster Form auf
ihren Hystereseverlust überprüft werden. Dadurch wird
sichergestellt, dass nur Stanzteile guter Qualität paketiert
werden.
Oft wird heute die Fertigung auch auf Stanzpaketierung und Glühen
des Pakets umgestellt. Dadurch steigt das Risiko erhöhter
Wirbelstromverluste durch unzureichendes Glühen, da der Temperaturverlauf
im Paket und die daraus folgende Ausbildung der Isolationsschicht
zwischen den Blechen durch Verzundern nicht immer sichergestellt
ist. Da dieser Stanzbetrieb diesen günstigen Fertigungsprozess
vermehrt einsetzen wollte, andererseits aber seinen Kunden keine
schlechten Produkte liefern wollte, konnte nur eine 100 % Ausgangsprüfung
helfen. Diese wird durch den Ringkernsensor
möglich. Durch einen steckbaren Kabelring mit Primär-
und Sekundärspule wird im Ringkern ein elektromagnetisches
Feld durch die Primärspule erzeugt und dessen Stärke
mit der Sekundärspule gemessen. Mit einer entsprechenden
Vorrichtung auch mit mehreren Steckplätzen und automatisierter
Messung können große Stückzahlen von Ringkernen
von fast beliebiger Größe gemessen werden.
Der genannte Stanzbetrieb kann ab jetzt seinen Kunden garantierte
Qualität liefern. Veränderungen beim gelieferten Elektroblech
oder im Fertigungsprozess, die zu Qualitätssteigerungen führen,
sind nachprüfbar und gezielt zu steuern.
Ihre Situation?
Die oben genannte Anwendung aus einem Stanzbetrieb wird außerdem
bei Herstellern von Elektromotoren, Generatoren und Transformatoren
und anderen Verarbeitern von Elektroblech und Halbfertigprodukten
eingesetzt. Schildern Sie uns Ihre Situation. Gerne werden unsere
Spezialisten Ihren Anwendungsfall mit Ihnen diskutieren.
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